© Milena Schlösser

Thomas Wagner wurde 1967 in Rheinberg geboren. Er studierte in Aachen Soziologie, lehrte und forschte in Dresden und promovierte in Münster. Als freier Autor arbeitete er unter anderem für Die Zeit, Süddeutsche Zeitung, Neue Zürcher Zeitung, junge Welt, Woz, Falter und Der Freitag. Zu seinen Publikationen zählen Die Mitmachfalle (2013), Robokratie (2015) und Die Angstmacher. 1968 und die Neuen Rechten. Dazu Stefan Locke am 4.9.2017 in der Frankfurter Allgemeine Zeitung: „Streit ist der bessere Weg: Thomas Wagner plädiert für einen unverkrampften Umgang mit den ‚Neuen Rechten‘.“



Eine rechte Volkspartei im Windschatten von 1968.

»1968« markiert für das rechte Lager einen Bruch in der Geschichte des radikalrechten politischen Spektrums, der bis heute nachwirkt. 1968 ist nicht nur dieGeburtsstunde einer neuen Linken jenseits der Sozialdemokratie, sondern auch dieeiner Neuen Rechten. Die heutigen Neuen Rechten in Deutschland reagieren mitmehreren Bewegungen auf 1968. Einerseits grenzen sie sich von derFundamentalliberalisierung und dem Gedanken einer allumfassenden Emanzipationab, andererseits greifen sie die Provokationsstrategie derStudentenbewegung auf und versuchen den etablierten Linken das Thema dersozialen Frage streitig zu machen. Dabei knüpfen die Neuen Rechten an lange marginalisierte nationalrevolutionäre und eurofaschistische Traditionen an, die sich im Windschatten der Studentenrevolte bemerkbar gemacht hatten. Auf diese Weise könnten sie der AfD, die bislang eine wirtschaftsliberal geprägte Partei war, dabei helfen, einen "sozialen Flügel" aufzubauen und aus der bisherigen Protest- eine Volkspartei zu machen.